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Ist naturbelassenes Meersalz besser? Drucken
11.12.2007
Dossier Meersalz


Öko, Bio und die Rechtslage



4. Ist naturbelassenes Meersalz besser?

Wer schon einmal naturbelassenes Meersalz wie oben definiert probiert und es mit handelsüblichen Qualitäten verglichen hat, wird diese Frage ohne Zögern mit einem klaren „Ja” beantworten und es jedem anderen Salz vorziehen. Da sich über persönlichen Geschmack jedoch bekanntlich nicht streiten lässt, hier drei belegbare Fakten:

Naturbelassenes Meersalz hebt den Eigengeschmack der Speisen. Das schmeckt einfach besser.

 
Um diesen Zusammenhang wusste übrigens schon der römische Geschichtsschreiber Plinius der Ältere, der über ein Dutzend Meersalzsorten unterschied. Das reiche „Mineralienbouquet” naturbelassenen Meersalzes und seine gewachsene Kristallstruktur mögen für den Geschmack verantwortlich sein, auch wenn wissenschaftliche Arbeiten hierzu Mangelware sind. Als geschmackliche Nagelprobe empfehlenswert ist der Selbsttest mit je einem Mokkalöffelchen voll raffiniertem bzw. naturbelassenem Meersalz auf der Zunge.

Naturbelassenes Meersalz ist gesundheitlich wertvoll. Das kann man von reinem Kochsalz nicht behaupten.

Dass Natriumchlorid, das isoliert in der Natur nicht vorkommt, als Zellgift wirkt, wies der Biologe Jaques Loeb bereits Anfang des 20. Jahrhunderts nach. Der ernährungswissenschaftliche Rat zur salzarmen Kost mag darauf zurückzuführen sein. Neuere Studien über Salzmangel bei Arteriosklerose führen dagegen zu der Hypothese, dass wir nicht zu viel, sondern das falsche Salz zu uns nehmen. In naturbelassenem Meersalz sind durch die Restfeuchte („Salzmutter”) die meisten Mineralien und Spurenelemente aus dem Meerwasser erhalten, in physiologisch günstiger Zusammensetzung. Hervorzuheben sind besonders die hohen Anteile an Magnesium, Calcium, Selen und natürlichem Jod.

Naturbelassenes Meersalz wird nachhaltig produziert. Das ist besser für Umwelt, Wirtschaft und Verbraucher.

Die traditionelle Meersalzgewinnung geht vermutlich auf die Phönizier zurück und wird seit über 2000 Jahren nahezu unverändert praktiziert. Dies ermöglicht noch heute kleinen Produzenten die wirtschaftliche Existenz und stärkt regionale Wirtschaftkreisläufe in Küstenregionen wie der Algarve, die durch die EU-Fischereikrise immer stärker vom Tourismus abhängig werden.

Während die Anlage industrieller Salzfelder vor 30 Jahren vielerorts die Küste planierte, trägt die traditionelle Salinenbewirtschaftung dazu bei, das natürliche Gesicht der Landschaft und ihren ökologischen Wert zu erhalten. Die manuelle Ernte und Instandhaltung minimiert den Schadstoffeintrag in Wasser und Boden. Um die und in den Vorkonzentrationsbecken leben Salzwasser liebende Pflanzen- und Tierarten. Wasservögel wie Flamingos und Austernfischer haben dort ihre Brutstätten und die angesiedelten Fische dienen erst in zweiter Linie dem Verzehr und primär als Bio-Indikatoren für die Wassergüte.

Aufwändig handwerklich gewonnenes Meersalz hat seinen Preis. Doch nur wenn der Produzent für salinenreine Premiumqualität einen angemessenen Preis erzielen kann, lässt sich Verbrauchertäuschung durch branchenübliches „Verschneiden” mit billigeren Sorten verhindern.
 
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